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Interview mit dem Initiator (Walter Reynolds)

1. Was ist die Idee hinter LOST MUSICALS? Welche Bedeutung hat dabei der Ausdruck raw musicals?

Die heutigen Aufführungen dienen häufig einem kommerziellen Zweck. Sieht der Produzent nicht genug Profit, wird ein entsprechendes Stück nicht aufgeführt. Ich möchte weder den Darstellern noch dem Publikum einige dieser großartigen Stücke vorenthalten – Stücke ohne special effects, imposante Bühnenbilder und glamouröse Kostüme. Ich nenne dieses inszenierte Konzertformat „verlorene“ Musicals.

Zusätzlich ist LOST MUSICALS ein Workshop für die Darsteller. Ich möchte die Begeisterung aus den Darstellern heraus kitzeln. Sie sollen sich daran erinnern lassen, warum sie sich einst für diese Branche entschieden haben und wofür sie meistens hart gekämpft haben.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich schätze natürlich auch die kommerziellen Aufführungen. Doch höre ich häufig von den Darstellern, wie begeistert sie von den Effekten und dem „Drumherum“ berichten und dabei ganz vergessen, dass sie die Seele der Aufführung sind. Diese Seele dem Publikum zu zeigen, ist Ziel meiner Arbeit.

Den Ausdruck raw musical bringe ich in Zusammenhang mit dem, was heute als unplugged bezeichnet wird. Es gibt keine Extras, die das Publikum ablenken und so kommt es in den Genuss der reinen oder eben auch „rohen“ Aufführung mit dem Performer im Fokus. Ich wünsche mir, dass klassische Theater ihr Angebot erweitern und somit dem Publikum mehr Abwechslung bieten werden.

2. Warum gehen die Gesamterlöse gezielt an die AIDS-Hilfe Hamburg und nicht an eine andere Organisation?

Es gibt viele Gründe, warum ich mich für die AIDS-Hilfe Hamburg entschieden habe. Aber vor allem deswegen, weil ich an das glaube, was diese Organisation leistet. Und ich unterstütze die AIDS-Hilfe auch, weil ich zu viele Freunde und Kollegen an Aids verloren habe.

3. Unter dem Dach LOST MUSICALS wird zuerst das Stück Once on this Island präsentiert. Warum gerade dieses Stück?

Als ich war aufgrund einer Erkrankung für sechs Monate im Krankenhaus lag, hörte ich viele CDs. Eine davon war Once on this Island – ich hörte sie beinahe jeden Tag. Ich wusste von einer AIDS-Hilfe im Ausland, die dieses Stück für einen guten Zweck aufführte und fragte mich, ob mir dies auch hier gelingen konnte? Es handelt sich zweifellos um ein zeitloses Stück mit einer leicht zu verstehenden Geschichte, doch auch um eine in Hamburg und Deutschland unbekannte Thematik – der Kasten-Gesellschaft, die in vielen Ländern herrscht. Dies sind jedoch nur einige Gründe, warum ich mich für Once on this Island entschied.

4. Wie sieht die Zukunft der raw musicals aus?

Das kann ich momentan nicht mit Sicherheit sagen. In erster Linie konzentriere ich mich derzeit auf Once on this Island. Natürlich möchte ich bei einer erfolgreichen Aktion noch weitere Stücke präsentieren. doch es ist harte Arbeit, genügend Menschen zu finden, die ein so großes Engagement ehrenamtlich eingehen. Das stimmt mich ab und an traurig.

5. Was kommt nach Once on this Island?

Wie gesagt, meine Pläne sind noch nicht vollends konkretisiert, doch ich bin sicher, dass in den kommenden Stücken völlig andere Charaktertypen involviert werden.

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